Der vaginale Verhütungsring feiert heuer seinen 5. Geburtstag. Viele Frauen nehmen die Alternative zur „Anti-Baby-Pille“ mit hoher Zufriedenheit in Anspruch. Für welche Frauen und warum der Nuvaring besonders geeignet ist, sei an dieser Stelle in aller Kürze zusammengefasst.
- Die leichte Handhabung vermeidet häufiges Vergessen der Pille. Der Ring wird nur einmal im Monat vaginal eingeführt und verbleibt dort 21 Tage. Dann kann die Patientin ihn ähnlich wie einen Tampon herausziehen, macht wie bei der „Pille“ 7 Tage Pause und legt danach einen neuen Ring in die Scheide ein. Insbesondere bei Reisen mit Zeitverschiebungen wird durch diese Applikationsform den Frauen der Verhütungsschutz gewährleistet; pünktliche Tabletteneinnahmen erübrigen sich.
- Durch die Zuführung der Hormone transdermal durch die Schleimhaut lassen sich die täglichen Serum-Hormonschwankungen ausgleichen, die sich bei oralen Kontrazeptiva ergeben. Nach der vaginalen Applikation gibt der Kunststoff-Träger eine kontinuierliche Hormonmenge (Etinylestradiol+ Etonogestrel) ab, die bis zur Entfernung eine gleich bleibende Serumkonzentration erreicht. Verglichen mit einer klassischen Mikropille entspricht die Serumkonzentration in etwa einem Drittel der Pille. Dies kommt dem Wunsch vieler Patientinnen entgegen, die ein möglichst „leichtes“ Verhütungsmittel verwenden wollen.
- Frauen mit Lebererkrankungen, Magen-Darmproblemen oder z. B. einer Essstörung kann eine sichere Verhütungsmethode angeboten werden. Die Umgehung des metabolischen first-pass-Effektes an der Leber erweitert die Anwendungsmöglichkeit von Ovulationshemmern in der gynäkologischen Praxis. Außerdem sind Arzneimittelinterferenzen mit Kontrazeptiva, die bei Leberenzym-Induktion (z. B. bei einigen Antibiotika) entstehen können, vermeidbar.
- Therapieresistente Zyklusinstabilitäten können mitunter durch die Anwendung des Nuvaringes beseitigt werden.
- Einige Migräne-Patientinnen, die durch die täglichen Hormonschwankungen unter der Pilleneinnahme leiden, können mit Hilfe des vaginalen Verhütungsringes beschwerdefrei werden.
Bei einigen Indikationen kommen die Privatkassen für die Anwendung des Ringes im Sinne einer medizinischen Indikation auf. Für uns Gynäkologen hat die Einführung des Produktes vor 5 Jahren eine Möglichkeit geschaffen, zu den klassischen Alternativen zur Pille (z. B. Kondome, IUPs, Implanon, Pflaster) ein gut verträgliches Produkt im Portfolio anbieten zu können, das bereits vielen Frauen eine Verbesserung der Lebensqualität verschafft hat.
Autor: Dr. med. Sabine Miltenberger, Frauenärzte Fünf Höfe
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